Festivals

Was wäre die Rockmusik bzw. meine Jugend ohne Open Air Festivals? Meine Antwort: sehr wenig. Meine Kinder haben dieses Gen anscheinend von mir geerbt.

Alexis Korner, Fehmarn Festival, September 1970

Mit dem Begriff Rock- oder Popfestival werden die Älteren unter uns in erster Linie das Wort Woodstock verbinden. Den eigentlichen Anfang der sogenannten „Love and Peace“ Festival-Ära bildete im Jahr 1967 das Monterey Pop Festival.

In Deutschland schlug die Geburtsstunde des ersten großen Rockfestivals 1968 in Essen. Die Essener Songtage bildeten wohl auch den Beginn einer eigenen deutschen Rockkultur: dem Krautrock oder Deutschrock.

Joint Meeting Festival – 1970 Düsseldorf

Das „Joint Meeting Festival“ im Düsseldorfer Eisstadion, Pfingsten 1970, ich war kurz zuvor 18 Jahre alt geworden, sollte mein erstes großes Rockfestival mit internationalen Gruppen werden. Der Link oben zeigt auf einen Originalbeitrag aus der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ aus dem Jahr 1970. Natürlich war man zu der Zeit noch per Anhalter unterwegs. Mein leider zu früh verstorbener Freund Bernd und ich schafften den Weg von Osnabrück nach Düsseldorf auch ohne Probleme. Wir schafften es auch, umsonst in das Stadion zu gelangen. Das war damals nicht unüblich. Das zweitägige Festival war ziemlich chaotisch, geschlafen haben wir dann draußen im Park vor der Halle. Gemäß dem Motto „Joint Meeting Festival“ kreisten dort auch die Joints. Die Auftritte von Ginger Baker´s Airforce, Love Sculpture und Amon Düül sind mir noch in reger Erinnerung geblieben. Das war schon ein anderes Kaliber als die örtlichen Bands, die ich bis dahin in Osnabrück gesehen und gehört hatte.

Love-and-Peace-Festival – 1970 Insel Fehmarn

Jimi Hendrix auf dem Fehmarn Festival 1970

Jimi Hendrix, Fehmarn 1970

Das Fehmarn Love-and-Peace Festival, Anfang September 1970, wurde als eine Art „deutsches Woodstock“ angekündigt. Es wurde mein erstes Open Air Festival mit Zelt und Schlafsack: Nach Love-and-Peace war mir allerdings am letzten Tag nicht mehr zumute. Immerhin hatte ich Jimi Hendrix live gesehen. Für mich ein unvergesslicher Moment. „The Wind Cries Mary“ – das passte zum stürmischen, regnerischen Wetter. Der Festivalverlauf war reichlich chaotisch und das Wetter gab einem den Rest. Komischerweise überwiegen bei mir ganz klar die positiven Eindrücke vom Festival und nicht so sehr die negativen. Ginger Baker´Airforce und vor allen Dingen Sly & the Family Stone fand ich neben einigen anderen Bands schon beeindruckend. Es fehlte zu dieser Zeit natürlich auch der Vergleich mit anderen Open Air Festivals. Ich kenne allerdings bis heute kein Festival, bei dem alles so verlief, wie es auf der jeweiligen Plakatwerbung beworben wurde.

G.Baker´s Airforce 1970

Aus heutiger Sicht ist es erstaunlich, dass das ganze Festival trotz widriger Umstände wie schlechtes Wetter, gewaltbereite Rocker, die als sogenannte Ordnungskräfte häufig Angst, Schrecken und Wut bei den Besuchern hervorriefen sowie eine völlig überforderte Festivalleitung, überhaupt 3 Tage überstehen konnte. Zu guter Letzt waren die beiden blauäugigen Veranstalter pleite: Eine gute und mutige Idee endete für sie in einer finanziellen Katastrophe. Auf der Suche nach geeigneten Bild- und Tonaufnahmen über das Fehmarn Open Air 1970 habe ich diesen interessanten Beitrag entdeckt „Meine Jugend auf den Open-Air-Festivals – Doku NDR 2015„.

Die Gitarrenlegende Jimi Hendrix hatte auf Fehmarn ihren letzten Auftritt. Am 18 September 1970 verstarb Hendrix in London. Als Todesursache wurde Ersticken an seinem Erbrochenen nach dem Konsum von Alkohol und Schlaftabletten festgestellt. Für das amerikanische Musik-Magazin „Rolling Stone“ ist Jimi Hendrix der beste Gitarrist aller Zeiten.


„Das Letzte Konzert“ über Jimi Hendrix auf Fehmarn. Teil1, Teil2, Teil3.

In England bildeten die 3 Festivals auf der Isle of Wight zwischen 1968 – 1970 den Beginn der großen Rockfestivals auf der Insel.

So etwas wie „Stadion Rock“ gab es damals noch nicht wirklich. Bis auf das Monterey Pop Festival fanden die Festivals zu dieser Zeit in der Regel nicht in einem großen Stadion statt, sondern auf einem Acker oder einer anderen Freifläche.


Freedom Rock Festival Langelsheim – Pfingsten 1971

Festival Plakat 1971

Das dreitägige Spektakel im südniedersächsischen Langelsheim fand am Pfingstwochenende 1971 auf einem relativ kleinen Gelände (Sportplatz/Schützenplatz?) statt. Wieder einmal machten sich einige „Musik-Freaks“ aus Osnabrück auf die Reise. Wir waren zu viert. 3 junge Männer und eine junge Frau, die es vorzog, nackt auf dem Rücksitz des Autos Platz zu nehmen.

Zu dieser Zeit gab es ein beliebtes Treffpunkt-Apartmenthaus in der Osnabrücker Uhlandstraße. In diesem Haus wohnten einige „Freaks“, die wiederum einige andere „Freaks“ kannten. So gab es fast jeden Tag Freak-Besuch: Egal, ob gewollt oder ungewollt. Nicht jeder „Freak“ hatte damals schon eine eigene Bude mit Stereoanlage, angesagten Schallplatten und dergleichen mehr. Ohne das Ganze hier weiter ausführen zu wollen: Es war es ein hartes Jahr für mich. Ich hatte damals einen Job als Werkzeugmacher in Lotte bei Osnabrück und musste morgens um 6 Uhr aufstehen. Nicht selten kam es vor, dass andere Mieter des Hauses von der Piste kamen und in die Koje gehen konnten, wenn ich das Haus verließ. Da die Mietverträge bei allen nur für ein Jahr Gültigkeit besaßen, flog ein Großteil von uns im Herbst 1971 raus. Danach begann das Abenteuer „Leben in einem Kotten auf dem Land“. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Zurück zum Festival. Das erste, was ich bei unserer Ankunft zu sehen bekam, waren Hells Angels aus Hamburg, die als Ordner fungierten. Heute würde man das als Security bezeichnen. Das zweite war ein großes, rundes Bierzelt. Ich dachte so bei mir: Udo Steinkamp, wo sind wir hier gelandet. Glücklicherweise hatten wir jemand dabei, der immer gut mit Rockern umgehen konnte. Da hatte man weniger zu befürchten.

Der folgende Link führt zu einem TAZ Interview aus dem Jahr 2006 mit dem Macher des Festivals Werner Liebig. Im Sarg auf die Bühne

Es wäre natürlich auch gelogen, würde man sagen, dass Cannabis + Co in diesen Zeiten keine Rolle gespielt hätten: Sie haben eine Rolle gespielt! Daher war es häufig auch so, dass bei den Festivals der Focus mehr auf eine „gut-drauf-sein Stimmung“ gerichtet war. Man musste nicht immer direkt vor der Bühne stehen, da es dort meistens unheimlich eng zuging. Hören und noch relativ gut sehen konnte man die Bands auch weiter hinten. Insbesondere in Langelsheim. Das war relativ überschaubar aber crowded.

Vom 1971er Langelsheim Festival sind mir 2 Bands noch in sehr guter Erinnerung geblieben:

Der Auftritt der Mick Abrahams Band hat mich damals total fasziniert. Insbesondere der Drummer der Band! Der spielte so wild und hart, dass ich dachte: Das möchte ich auch können! Etwa ein Jahr später habe ich dann damit begonnen Schlagzeug zu spielen.

Die Gruppe Man trat früh morgens auf. Zu dieser Zeit saß noch der spätere Dire Straits-Drummer Terry Williams am Schlagzeug! Ich glaube, es war so gegen sieben Uhr. Hinten auf der Bühne standen einige Einheimische in für mich unheimlichen Outfits. Ich weiß bis heute nicht, ob es Mitglieder des örtlichen Schützenvereins, des Spielmannszugs oder einfach nur neugierige Langelsheimer waren, die ausgeharrt hatten. Da prallten unterschiedliche Kulturen aufeinander: „Acid Rock traf auf Süd-Niedersachsen-Folklore“. Einmalig! Man waren auch am frühen Morgen sehr, sehr gut. Die konnten schon spielen.

Dieser Link zeigt einige Bilder vom Rockfestival in Langelsheim.

Diesen kleinen Beitrag habe ich in der Online Ausgabe von RockTimes gefunden.

Im Nachhinein möchte ich dieses Festival nicht missen. Es war eines der intensivsten.


2. British Rock Meeting – 1972 Germersheim

Dieses Festival bildet bis zum heutigen Tag ein unvergessliches Open Air Erlebnis. Dafür verantwortlich war neben dem Auftritt von Pink Floyd vor allen Dingen der Auftritt einer Gruppe: Humble Pie. So etwas hatte ich vorher weder gesehen, gehört noch gefühlt. Bombastisch. Die deutsche Gruppe Karthago lieferte ebenfalls einen fulminanten Auftritt, während die Kinks ziemlich betrunken auf der Bühne standen und ausgepfiffen wurden.

Festivalplakat, 1972 Germersheim

Festivalplakat, Germersheim

Links das original Festivalplakat vom 2. British Rock Meeting in Germersheim. Das Bild hat mir ein netter Leser dieses Blogs zur Verfügung gestellt. Danke. Auf Facebook gibt es eine eigene Facebook-Gruppe, die sich ausgiebig mit dem 2. British Rock Meeting 1972 auf der Insel Grün beschäftigt. Zwischen dem 20. und 22. Mai 1972 gab es laut Wikipedia geschätzte 50.000 bis 100.000 Besucher, die Hälfte von ihnen waren GIs aus dem Rhein-Main-Gebiet. Im Archiv des Nachrichtenmagazins Der Spiegel habe ich dazu folgenden, interessanten Beitrag aus dem Jahr 1973 entdeckt: Für die Katz.

Aus Osnabrück waren jede Menge Leute angereist. Die unterschiedlichsten Cliquen und Konstellationen. Ich hatte  das große Glück, in einem Mercedes 180D mitfahren zu dürfen. Danke, Erhard! Das war zu der Zeit ein sehr angesagtes Freak-Fahrzeug! Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir auf dem riesigen Festival Gelände eine Art Zeltstadt errichtet haben, in der es drei Tage heiß herging. Es hat sehr, sehr viel Spaß gemacht und es ist mit Abstand das beste Open Air Festival, auf dem ich jemals gewesen bin. Steve Marriott & Humble Pie sei Dank!

Zu dieser Zeit wurden viele sogenannte Raubdrucke (Bootlegs) produziert, d.h. Livekonzerte wurden mit mobilen Tonbandgeräten (z.B. Uher Report) mitgeschnitten. So auch in Germersheim von Pink Floyd:

Pink Floyd, Germersheim 1972

Pink Floyd in Germersheim, Germany May 21 1972- One Of These Days

Pink Floyd in Germersheim, Germany 1972- Careful With That Axe, Eugene


Scheeßel – 1973

Eintrittskarte Scheeßel 1973

Eintrittskarte Scheeßel 1973

Zwischen 1971 und 1977 besuchte ich mit Freunden zahlreiche Open Air Festivals. In Erinnerung sind mir dabei Orte wie Waldsrode (toller Auftritt von Frumpy), Höxter (Kraftwerk, TonSteineScherben), und Scheeßel geblieben. Auf der Webseite von German Rock.de habe ich folgenden Beitrag über das 1. Festival in Scheeßel gefunden.

Dieser Abschnitt muss noch überarbeitet werden!!! Aber Scheeßel 1 war für meinen Geschmack, bis auf die Bands Argent und Beggars Opera, ziemlich mittelmäßig.


Kleinere Festivals in den 70er Jahren

Das Jahr 1972 war zudem das Jahr, in dem sich eine der besten deutschen Bands der damaligen Zeit auflöste: Frumpy. Diese Gruppe war zu Beginn der siebziger Jahre auf vielen deutschen Festivals präsent und hatte dank ihrer Spielfreude und ihrer überragenden Sängerin Inga Rumpf sehr schnell einen gewissen Kultstatus erlangt.

Wahrscheinlich habe ich in diesen Jahren und auch später keine Sängerin häufiger gesehen als Inga Rumpf: zuerst mit Frumpy, dann mit Atlantis und danach unter eigenem Namen.

In dem Örtchen Kloster Oesede, das ein paar Kilometer südlich von Osnabrück liegt, fand ab 1971 ein jährliches kleines Rockfestival auf der dortigen Waldbühne statt.

Der folgende Artikel aus der Neuen Osnabrücker Zeitung beschreibt diesen, damals sehr beliebten Event treffend.

Grugahalle Essen, 1972

Im 08. September 1972 sah ich in der Essener Grugahalle mit Freunden die Gruppen Hawkwind, die mit „Silver Machine“ gerade eine Top 10 Single platziert hatte, Roger Chapman & Family, und die Deutschrockband Wind aus Erlangen! Wie ich erst jetzt durch die E-Mail eines Lesers dieser Seite erfahren habe ( Besten Dank, Helmut ), war die „Essener Arbeitgebervereinigung e.V.“ der Veranstalter dieses kostenlosen Events.“

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass beim Auftritt von Hawkwind plötzlich eine nackte Tänzerin auf der Bühne auftauchte. Binnen kürzester Zeit standen eine Menge Polizisten vor der Bühne. Ob Sie die Frau schützen wollten? Ich weiß es nicht. Zum Auftritt von Roger Chapman fällt mir ein, daß er viele Tambourine zertrümmerte und Stress mit seinen Rowdies bekam. Roger Chapman war halt schon immer sehr impulsiv.

Roger Chapman, Osnabrück 1984


GreatMusicCircus 1974

Am 28.09.1974 gab es in der Dortmunder Westfalenhalle, unter dem Motto „Great Music Circus“, ein erstes Wiedersehen mit „Humble Pie“ und Rory Gallagher. Ferner traten das Electric Light Orchestra und Black Oak Arkansas auf. Letztere zertrümmerten bei ihrem letzten Stück in einer wilden Bühnenshow ihre Gitarren. The Who ließen grüßen. Wenn mich meine Sinne nicht völlig trüben, leerten bei diesem Rock-Event mit Eisenketten bewaffnete Rocker zwischenzeitlich die Dortmunder Westfalenhalle. Ich muss das noch weiter recherchieren. Vielleicht habe ich an dieser Stelle auch einen Blackout.


Auf der Rückreise von einem Camping-Urlaub in Jugoslawien im August 1975 erfuhren meine damalige Freundin, ein weiteres Pärchen und ich von einem

Ludwigsburg1975Rockfestival in Ludwigsburg. Wir beschlossen dorthin zu fahren und das Festival als Urlaubsabschluss gewissermaßen mitzunehmen. Es gelang uns sogar mit „List und Tücke“ ohne Eintrittskarte auf das Festivalgelände zu gelangen. Tags zuvor konnte man sein Zelt auf dem Gelände aufschlagen, mit der Bedingung, das Gelände am nächsten Morgen wieder zu räumen.

Am nächsten Morgen versteckten wir vier uns im allgemeinen Räumungsgetümmel auf der Ladefläche eines Anhängers. Wir blieben dort unerkannt sitzen, bis die ersten Scharen der neuen Festivalbesucher das Festivalgelände betreten hatten.

Für die Gruppe Nektar sollte dieser Auftritt angeblich der letzte in Deutschland sein, da es sie nach eigener Aussage nach Amerika zog. Wie immer spielten einige angekündigte Gruppen nicht: andere Bands kamen hinzu. So auch hier, Ike & Tina Turner sprangen für Lou Reed oder Soft Machine ein. Der Auftritt bzw. die Show von Ike & Tina Turner gehört zum Besten was ich je an Live Performance gesehen und gehört habe. Wenn ich heute daran denke, gerate ich ins Schwärmen.


Great Easter „Festival“ 1977

Am 10.04.1977 verschlug es mich wieder in die Westfalenhalle nach Dortmund. „Great Easter Rock’n Blues Express“ mit Dr. Feelgood, John Mayall, Scorpions, Small Faces und Status Quo war angesagt. Beim Auftritt von Status Quo fiel die PA Musikanlage plötzlich aus und die Band klang wie eine Tanzkapelle! Was wäre diese Gruppe ohne Lautstärke?

Die Small Faces, mit meinem Idol Steve Marriott, hatten sich gerade wieder neu formiert. Als Gastsängerin trat P.P. Arnold in Erscheinung. Über Steve Marriott gibt es unter der Rubrik „Interpreten“ demnächst noch mehr zu berichten. Ich habe Ihn in der Zeit zwischen 1972 und 1985 vier oder fünfmal gesehen. Das letzte Mal irgendwann in den 80er Jahren im Musikclub „The Sir George Robey“ in London als Steve Marriott´s Pacet of Three. Allein seine halb gesungenen Ansagen und sein Cockney Slang waren schon fast den Eintrittspreis wert. Ich erinnere mich zudem daran, dass Steve Marriott den Mixer im George Robey damals häufig sehr lautstark beschimpft hat: „you fucking cu…“! Sehr, sehr impulsiver Typ. Leider ist dieser großartige Rock-Entertainer viel zu früh verstorben. Die nachfolgende Liveaufnahme wurde 1985 im eben genannten Club „George Robey“ aufgenommen.


Golden Summernight, 1977

Das Jahr 1977 brachte am 21. August in der Dortmunder Westfalenhalle mit dem „2nd Golden Summernight Concert“ ein weiteres Festival, das mir noch halbwegs gut in Erinnerung geblieben ist. Steve Marriott war mit seinen Small Faces wieder mit dabei und lieferte auch diesmal einen sehens- und hörenswerten Auftritt ab.

Es traten zusätzlich auf: Uriah Heep, Country Joe McDonald, Doobie Brothers, Ted Nugent und Stanley Clarke. Ted Nugend schaffte es, mit seiner ohrenbetäubenden Lautstärke tatsächlich, die riesige Dortmunder Westfalenhalle fast leerzufegen. Ein Bekannter von mir stellte sich dieser Lautstärke erfolgreich entgegen und schaffte es seinerseits auf der Tribüne der Westfalenhalle einzuschlafen: Respekt!

Uriah Heep, die mit John Lawton ein Jahr zuvor einen bärenstarken neuen Sänger verpflichtet hatten, lieferten mit Ken Hensley an den Keyboards ein wirklich gutes Konzert ab.


Das eintägige Festival zog sich fast bis zum nächsten frühen Morgen hin, da die Doobie Brothers gefühlt eine schier endlose Zeit für ihren Aufbau in Anspruch nahmen. Siehe nachfolgendes Bild. Eben Perfektionisten.

Umbaupause während der „2nd Golden Summernight“, 1977 in Dortmund

Doobie Brothers, 1977 Dortmund, Germany

Auftritt der Doobie Brothers, 2nd Golden Summernight, 1977 in Dortmund

Als Gitarrist spielte zu der Zeit Jeff „Skunk“ Baxter bei den „Doobies“ (sitzend, ganz rechts im Bild). Das Warten hatte sich dennoch gelohnt: Der Auftritt der Doobie Brothes war ziemlich perfekt, vielleicht schon zu perfekt!


PinkPop 1979 – Geleen

Meine Lust, größere Festivals zu besuchen, wurde in den darauffolgenden Jahren nicht unbedingt verstärkt. Am 4.6.1979 war es allerdings noch einmal soweit. Ein Bekannter von mir hatte die Idee umgesetzt, mit einem ganzen Reisebus zum Pink Pop Festival nach Geleen in Holland zu fahren. Laut Wikipedia ist es „das älteste kontinuierlich veranstaltete Festival Europas.“

Festivalplakat von 1979

Festivalplakat von 1979

Früh am Morgen ging es direkt von der Disco in den Bus. Die Bord-Toillette war binnen kürzester Zeit nicht mehr zu benutzen. Zudem wurden wir auf der Autobahn einige Male von der Polizei angehalten, da angeblich zu viele Businsassen während der Fahrt herumliefen. Wie dem auch sei, irgendwann kamen wir zum Festivalort und es gab dort einiges zu sehen und zu hören.

Es spielten unter anderem: Dire Straits  (Der Link zeigt ein YouTube-Video vom Auftritt 1979),  die noch völlig unbekannten Police, (Der Link zeigt ein YouTube-Video vom Auftritt 1979) die Average White Band und die kanadische Gruppe Rush  (Der Link zeigt ein YouTube Video vom Auftritt 1979). Auf der Internetpräsenz des Festivals kann man für das Jahr 1979 den Programmablauf nachschlagen und einige YouTube Videos ansehen.

Geddy Lee, Rush, Pink Pop, 04.06.1979

Geddy Lee, Rush, Pink Pop, 04.06.1979

Die Festivalgeschichte endet an dieser Stelle – weiter geht es mit den Einzelkonzerten.