The Police / Sting

Sting – Ticket, Bielefeld, Januar 2000

Gesehen habe ich Police 1979 auf dem Pinkpop Festival 1979. Sting habe ich ca. 10 Jahre später im Jahr 2000 in Bielefeld im Rahmen der „Brand New Day-Tour“ live gesehen. Ein imposantes Konzerterlebnis.

Mein erster Kontakt mit der Band The Police muss 1978 stattgefunden haben. Ich habe damals nachts im Autoradio den Titel Roxanne oder So Lonely von der mir noch völlig unbekannten Band The Police und deren Debutalbum Outlandos d’Amour gehört. Zu der Zeit war ich noch bei JPC-Schallplatten in Osnabrück beschäftigt. Dieses Gastspiel endete im folgenden Jahr jäh mit einem Rausschmiss meinerseits, da der Chef die anfänglich recht hierarchiefreien Arbeitsstrukturen ins Gegenteil wenden wollte und ich wahrscheinlich zu aufmüpfig war. Mir war allerdings schon damals klar, dass eine Beschäftigung im Tonträgerbereich für mich nur eine vorrübergehende Episode sein würde. Meine Liebe zur Musik hat das allerdings nicht beeinflusst. Manchmal ist es sogar besser Hobby und Beruf zu trennen.

PinkPop 1979 – The Police

Die Lust, größere Festivals zu besuchen, ließ Ende der 1970er Jahre bei mir merklich nach. Irgendwie hatte ich das Gefühl „alles gesehen zu haben“, Am 4.6.1979 war es allerdings noch einmal soweit. Ein Bekannter von mir hatte die Idee umgesetzt, mit einem ganzen Reisebus zum Pink Pop Festival nach Geleen in Holland zu fahren. Laut Wikipedia ist es „das älteste kontinuierlich veranstaltete Festival Europas.“

Festivalplakat von 1979

Festivalplakat von 1979

Früh am Morgen ging es direkt von der Disco in den Bus. Die Bord-Toillette war binnen kürzester Zeit nicht mehr zu benutzen. Zudem wurden wir auf der Autobahn einige Male von der Polizei angehalten, da angeblich zu viele Businsassen während der Fahrt herumliefen. Wie dem auch sei, irgendwann kamen wir zum Festivalort und es gab dort einiges zu sehen und zu hören.

Es spielten unter anderem: Dire Straits  (Der Link zeigt ein YouTube-Video vom Auftritt 1979),  die noch völlig unbekannten Police, (Der Link zeigt ein YouTube-Video vom Auftritt 1979) die Average White Band und die kanadische Gruppe Rush  (Der Link zeigt ein YouTube Video vom Auftritt 1979). Auf der Internetpräsenz des Festivals kann man für das Jahr 1979 den Programmablauf nachschlagen und einige YouTube Videos ansehen.


Nachfolgend ein Dialog mit der KI „CLAUDE Sonnet 4.6“ über Police und Sting.

Was war das Besondere an Der britischen Band Police ? Fasse ihre Alben kurz zusammen. Danach kommen wir zu Sting. Wie wurde er zu dem etwas anderen „Superstar“. Fasse seine besten Alben zusammen. Was zeichnete diese Alben aus?

The Police – das Besondere


Eine der ungewöhnlichsten Bands der Rockgeschichte. Drei weiße Briten, die Reggae, Punk und Jazz zu etwas völlig Eigenem verschmolzen. Kein anderer Klang klang so wie sie.

Was sie einzigartig machte:

  • Minimalismus – drei Instrumente, riesiger Sound
  • Stewarts Jazz-infiziertes Schlagzeug – unorthodox, nie vorhersehbar
  • Reggae-Offbeats im Rockkontext – damals revolutionär
  • Stings Falsett – unverkennbar, fast unangenehm intensiv
  • Texte mit literarischem Anspruch – Nabokov, Jungs Synchronizität, Existenzialismus

Die Alben im Überblick:

Outlandos d’Amour (1978) Roh, punkig, Energie pur. Roxanne, So Lonely – Sofortklassiker. Noch ungeschliffen, aber der Sound war da.

Reggatta de Blanc (1979) Reifer, fokussierter. Message in a Bottle, Walking on the Moon – Welthits. Der Reggae-Einfluss dominiert, aber eleganter.

Zenyatta Mondatta (1980) Unter Zeitdruck produziert, trotzdem stark. Don’t Stand So Close to Me, De Do Do Do – kommerzieller Höhepunkt, aber Sting fand es zu hastig.

Ghost in the Machine (1981) Dunkler, politischer. Bläser-Arrangements, gesellschaftskritische Texte. Every Little Thing She Does is Magic, Invisible Sun – künstlerische Reifung.

Synchronicity (1983) Das Meisterwerk. Jung’sche Psychologie als Konzept. Every Breath You Take, King of Pain, Wrapped Around Your Finger. Düster, komplex, perfekt produziert. Danach war die Band am Ende – künstlerisch und menschlich.


Dann: Sting solo – der andere Superstar


Sting hätte der sichere Mainstream-Rocker werden können. Er wurde etwas völlig anderes.

Was ihn anders machte:

  • Jazz als Fundament – kein Zufall, sondern Überzeugung
  • Zusammenarbeit mit Branford Marsalis – ein Jazzgigant als Partner, nicht als Gast
  • Literarische Texte – Nabokov (Don’t Stand So Close), Shakespeare, eigene Psychoanalyse
  • Weltmusik-Einflüsse lange bevor es World Music als Marketingbegriff gab
  • Er polarisierte bewusst – lieber respektiert als geliebt

Die besten Soloalben:

The Dream of the Blue Turtles (1985) Der mutigste erste Schritt. Keine Gitarrenband – stattdessen eine Jazz-Combo mit Branford Marsalis, Kenny Kirkland, Omar Hakim. If You Love Somebody Set Them Free, Russians – politisch, jazzig, mutig. Die Musikwelt war überrascht, manche irritiert.

…Nothing Like the Sun (1987) Noch reifer, noch dunkler. Seiner Mutter gewidmet, die kurz zuvor starb. Gil Evans arrangierte Teile. Englishman in New York – Hommage an Quentin Crisp, eine der elegantesten Charakterstudien im Pop. Fragile – zeitlos.

The Soul Cages (1991) Das persönlichste Album. Nach dem Tod seines Vaters entstanden. Keltische Einflüsse, düstere Atmosphäre, fast kein Radio-Appeal – und trotzdem ein Statement. All This Time – außergewöhnlich.

Ten Summoner’s Tales (1993) Die Rückkehr zur Zugänglichkeit – aber ohne Kompromisse. Leichter, witziger, handwerklich makellos. Fields of Gold, Shape of My Heart – letzteres wurde durch Léon unsterblich. Vielleicht sein rundestsestes Album.

Mercury Falling (1996) Unterschätzt. Introvertiert, herbstlich. Let Your Soul Be Your Pilot, I Was Brought to My Senses – kein Megahit, aber großartige Songwriting-Qualität.


Was diese Alben auszeichnete:

Merkmal Bedeutung
Jazz-Musiker statt Rockband Mut zur Nische trotz Superstarformat
Literarische Texte Pop-Songs mit echter intellektueller Substanz
Keine Wiederholung Jedes Album ein neues Konzept
Produktion Immer hochwertig, nie überproduziert
Themen Tod, Verlust, Politik, Einsamkeit – kein Zufall-Pop

Sting wurde zum Superstar trotz seiner Weigerung, einfache Musik zu machen – nicht wegen ihr. Das ist in der Popgeschichte fast einmalig.“

Ein Sting-Album fehlt meiner Meinung nach in deiner Auflistung: Brand New Day ! Für mich ein enorm wichtiges Allbum.

„Du hast absolut recht, das war eine Lücke!


Brand New Day (1999)


Und was für eine Lücke – denn dieses Album ist in vielerlei Hinsicht besonders und unterschätzt zugleich.

Was dieses Album auszeichnet:

Es war nach dem eher introvertierten Mercury Falling eine regelrechte Öffnung zur Welt – buchstäblich. Sting holte sich Einflüsse aus allen Himmelsrichtungen:

  • Afrobeats, arabische Skalen, keltische Melodik – alles organisch verwoben
  • David Sancious als musikalischer Mitgestalter – ein oft übersehener Beitrag
  • Toumani Diabaté – der malische Kora-Virtuose – auf Desert Rose

Die Schlüsseltracks:

Desert Rose – das Herzstück. Die Zusammenarbeit mit dem algerischen Raï-Sänger Cheb Mami war keine exotische Spielerei, sondern echte musikalische Begegnung. Der Song wurde durch einen Jaguar-Werbespot paradoxerweise zum Welthit – Sting soll das bewusst kalkuliert haben. Clever und künstlerisch zugleich.

Brand New Day – euphorisch, fast gospel-haft. Nach den düsteren Vorgängeralben eine echte emotionale Befreiung.

After the Rain Has Fallen – eleganter Groove, typisch Sting in Bestform.

Ghost Story – das introvertierte Gegenstück, zeigt die emotionale Tiefe des Albums.


Warum es wichtig ist:

Aspekt Bedeutung
Weltmusik Nicht als Pose, sondern als echte Auseinandersetzung
Emotionale Wende Nach Jahren der Dunkelheit ein optimistischer Aufbruch
Kommerz und Kunst Beides gelang gleichzeitig – selten bei Sting
Cheb Mami Eine der schönsten interkulturellen Kollaborationen der Popgeschichte

Meine ehrliche Einschätzung:

Brand New Day ist vielleicht das wärmste und menschlichste Album Stings. Wo The Soul Cages und Mercury Falling nach innen schauten, schaut dieses Album nach außen – mit echter Neugier und Freude. Dass ich es ausgelassen hatte, war ein echter Fehler.

Danke für die Korrektur – die war berechtigt!“