Deutsche Rockmusik & Krautrock: Mal mehr mal weniger beschäftigt mich das Thema Krautrock bzw. der Stellenwert einiger deutscher Rockgruppen ab Mitte der 1960er Jahre.
Ich habe ChatGPT gefragt: wie ist der Begriff „Krautrock“ musikhistorisch einzuordnen?
„Der Begriff „Krautrock“ ist musikhistorisch als Bezeichnung für eine experimentelle Rockmusik-Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland einzuordnen, die sich Ende der 1960er bis Mitte der 1970er Jahre entwickelte. Dabei ist wichtig: Der Begriff selbst stammt nicht von den Musikern, sondern wurde von der britischen Musikpresse geprägt.
1. Herkunft des Begriffs
„Kraut“ war im Englischen ein umgangssprachlich-abwertender Ausdruck für Deutsche
Der Begriff „Krautrock“ tauchte um 1969/70 in britischen Musikmagazinen auf
Anfangs ironisch bis spöttisch gemeint, wurde er später als Sammelbegriff akzeptiert – wenn auch widerwillig
Viele Musiker lehnten ihn ab (z. B. Can, Amon Düül II), da er stilistisch sehr unterschiedliche Musik über einen Kamm scherte.
2. Historischer Kontext
Krautrock entstand vor dem Hintergrund:
der 68er-Bewegung und einer kulturellen Abgrenzung von der Elterngeneration
des Wunsches nach einer eigenständigen deutschen Pop- und Rockkultur
der Ablehnung von reinem US-/UK-Rock-Nachahmertum
Statt Blues-Schemas und klassischer Songformen suchte man nach:
neuen Klangfarben
kollektiven Improvisationen
technischen und elektronischen Experimenten
3. Musikalische Merkmale (keine festen Regeln)
Typische, aber nicht zwingende Elemente:
lange, repetitive Strukturen („Motorik-Beat“)
elektronische Instrumente und frühe Synthesizer
Einflüsse aus:
Jazz & Free Jazz
Avantgarde & Neuer Musik (Stockhausen!)
Psychedelic Rock
Minimal Music
oft hypnotische, nicht-songhafte Formen
4. Zentrale Vertreter
Häufig dem Krautrock zugerechnet werden u. a.:
Can
Neu!
Faust
Amon Düül II
Tangerine Dream
Cluster / Harmonia
frühe Kraftwerk
Diese Bands klingen untereinander sehr unterschiedlich – genau deshalb ist „Krautrock“ eher ein historisch-kultureller Sammelbegriff als ein Genre im engeren Sinn.
5. Musikhistorische Bedeutung
Krautrock hatte großen Einfluss auf:
Post-Punk (Joy Division, Public Image Ltd.)
New Wave
Electronic / Ambient / Techno
Indie-Rock (z. B. Stereolab, Radiohead)
International wurde die Bewegung oft früher gewürdigt als in Deutschland selbst.
6. Einordnung in einem Satz
Krautrock bezeichnet eine lose, experimentelle Rockbewegung im Westdeutschland der frühen 1970er Jahre, die sich bewusst von angloamerikanischen Vorbildern löste und die Grundlage für viele spätere Formen elektronischer und alternativer Musik legte.
2 Kultalben des Krautrock: Amon Düül II – „Phallus Dei“ (1969) links und „Yeti“ (1979) rechts
Kultalbum: Guru Guru – Känguru von 1972 in einer Wiederveröffentlichung von 2024
Kultalbum: Birth Control – Operation von 1972
Kultalbum: The Can – Monster Movie von 1970 in einer Wiederveröffentlichung von 2013
Der Spiegel, vom 26.02.1973 über die deutsche Gruppe Can: Zu ungemütlich
Während eines New York-Besuches, Ostern 2017, betrat ich einen Plattenladen in Greenpoint/Brooklyn und hörte zu meiner Verwunderung das Stück Halleluwah der deutschen Gruppe CAN. In dem Record Store wurde gerade deren grandioses Album „Tago Mago“ laut abgespielt, Ich war total überrascht, eine ca. 45 Jahre alte deutsche Schallplatte in NYC zu hören. Es handelte sich allerdings um eine aktuelle, remasterte Neuausgabe, was meinem Erstaunen jedoch keinen Abbruch verlieh. Ich erzählte dem Personal sofort, dass ich Can einige Male Anfang der 70er Jahre in Osnabrück gesehen habe und dass deren Schlagzeuger Jaki Liebezeit gerade verstorben sei. Letzteres war auch den fachkundigen Mitarbeitern bekannt. Ich war schwer beeindruckt, da beide Verkäufer altersmäßig nicht zu meiner Generation gehörten.
Kraut- und Spacerock scheinen zur Zeit in der „Musik-Scene“ ziemlich angesagt zu sein, wie der folgende Artikel aus der TAZ zeigt.
Wieder zurückgekehrt nach Deutschland, habe ich mir dann das Vinylalbum „Tago Mago“ sofort gekauft, obwohl ich die CD seit vielen Jahren besitze. Manche Alben sollte man m.E. als Vinyl-Album, sprich Schallplatte, besitzen: es ist einfach der gewisse Unterschied, der eine Schallplatte und ein Plattencover ausmacht! Wie der „große deutsche Soziologe“ Niklas Luhmann zuweilen zu sagen bzw. zu schreiben pflegte: „a difference that makes a difference“. N. Luhmann hat damit zwar nicht den Unterschied zwischen Vinyl, CD, MP3 oder einem anderen Speicherformat gemeint, aber mit dieser, seiner Feststellung, hatte er m.E. recht.
Briten stehen auf „Krautrock“, Beitrag in der NOZ, 16.09.1995
Der Chatbot „ChatGPT“ generierte nachfolgende Antwort auf meine Frage „Welche Bands sind die wichtigsten deutschen Krautrock Bands„.
„Die wichtigsten deutschen Krautrock-Bands stammen überwiegend aus den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren. Krautrock ist ein Sammelbegriff für experimentelle Rockmusik aus Deutschland, die sich von angloamerikanischen Vorbildern absetzte und elektronische, psychedelische sowie avantgardistische Elemente integrierte. Hier sind die bedeutendsten und einflussreichsten Bands des Genres:
Mitglieder: Klaus Dinger und Michael Rother (ex-Kraftwerk)
Einfluss: Später wichtig für Punk, Post-Rock und Elektronik
Kraftwerk
Stil: Elektronisch, futuristisch, minimalistisch
Bekannt für:„Autobahn“ (1974), „Trans Europa Express“ (1977)
Besonderheit: Wurden zu Pionieren der elektronischen Musik
Faust
Stil: Avantgarde, Collagen, radikal experimentell
Bekannt für:„Faust“ (1971), „The Faust Tapes“ (1973)
Besonderheit: Geräuschmusik, Tape-Experimente
Amon Düül II
Stil: Psychedelisch, progressiv, wild
Bekannt für:„Yeti“ (1970), „Phallus Dei“ (1969)
Herkunft: Politisch-künstlerisches Kollektiv
Ash Ra Tempel
Stil: Space Rock, psychedelisch
Bekannt für:„Ash Ra Tempel“ (1971), „Join Inn“ (1973)
Mitglieder: Manuel Göttsching (später auch Solo mit E2-E4)
Tangerine Dream
Stil: Elektronisch, Ambient, Soundtracks
Bekannt für:„Phaedra“ (1974), „Rubycon“ (1975)
Einfluss: Wegbereiter der elektronischen Musik und des Ambient
Cluster (früher Kluster)
Stil: Elektronik, Drone, Ambient
Mitglieder: Hans-Joachim Roedelius und Dieter Moebius
Bekannt für: Zusammenarbeit mit Brian Eno
Guru Guru
Stil: Psychedelic Rock, Jazzrock, anarchisch
Bekannt für:„UFO“ (1970)
Besonderheit: Humorvoll, improvisatorisch
Popol Vuh
Stil: Spirituell, elektronisch, später Weltmusik
Bekannt für: Soundtracks zu Werner Herzog-Filmen („Aguirre“)
Besonderheit: Verbindung von Elektronik und Mystik
In dieser KI-gesteuerten Auflistung fehlen nach meinem Verständniss für den Sammelbegriff „Krautrock“ Bands wie Birth Control, Karthago, Embryo oder auch Kraan deren Musikstil durchaus auch experimentelle und improvisationslastige Elemente des Krautrock in sich vereinte. Mal mehr, mal weniger.
Mein Lenco L75 ist 53 Jahre alt und dreht sich tapfer.
Dieser Musik-Blog ist einerseits der Versuch, meine Erinnerungen und Eindrücke über erlebte deutsche Rock-Festivals der frühen 1970er Jahre und viele Einzelkonzerte ab dieser Zeit wiederzugeben. Dafür stehen beispielsweise Namen wie das „Love & Peace Festival“ auf der Insel Fehmarn 1969 oder das „Germersheim-Festival 1972“. Andererseits möchte ich meinen Musikgeschmack, meine musikalische Neugierde und meine Sammelleidenschaft für Vinyl und später für CDs einfließen lassen. Die Rückkehr der guten alten Langspielplatte freut mich auch deshalb, weil ich meine mittelgroße Vinyl-Sammlung im CD-Hype der 1980er Jahre nicht verkauft habe. Ein Vinyl Plattencover in den Händen zu halten, den Inhalt auszupacken und auf den Plattenteller zu legen, vermittelt wahrscheinlich nicht nur mir ein anderes Gefühl, als eine CD in den CD-Player zu stecken! Vielleicht auch deshalb, weil viele meiner Langspielplatten ab den 1960er Jahren bis zum heutigen Tag untrennbar mit meiner eigenen Lebensgeschichte verbunden sind.
Nicht nur Rockstars werden älter: Fans ebenso! Im Jahr 1968 habe ich als 16Jähriger Werkzeugmacher Lehrling – bei Karmann in Osnabrück – ganz sicher nicht daran gedacht, dass auch über 55 Jahre später noch immer Melodie & Rhythmus mein Leben prägen würden. Meine Vinyl-Sammelleidenschaft erlebt gerade ihren zweiten und dritten Frühling: CDs kaufe ich aber auch noch. Zunehmend gebrauchte. Es sind halt unterschiedliche Tonträger. Musik-Streaming ist natürlich auch vertreten, wenn es nur ums Reinhören geht. Zudem gibt es auf YouTube so viele interessante Musik-Videos, dass einem fast schwindelig wird.
Mein Interesse für Rockmusik und das Sammeln von Schallplatten wurde wahrscheinlich zwischen 1964 und 1965 auf dem „Jahrmarkt“ und auf dem „Ziegenbrink-Schützenfest“ in Osnabrück geweckt. Die Gelegenheit auf „der Raupe“ angesagte Rock´n´Roll – und Beatmusik zu hören und aus der deutschen Schlagerwelt der frühen sechziger Jahre zu entkommen, war jedenfalls groß und mit sehr viel Vorfreude auf alle kommenden Jahrmärkte verbunden.
Diskotheken, Jugendzentren oder ähnliches gab es damals meines Wissens für Kids noch nicht: schon gar nicht für pubertierende, kleine Jungs wie mich.
Die Rolling Stones während der Arbeit: 1982 in Köln.
The Kinks Golden Hour Vol.2
Die Hits der Rolling Stones, der Beatles, der Beach Boys, der Who, der Kinks oder der Small Faces und der Spencer Davis Group waren ein wichtiger Teil meiner musikalischen ROOTS. Diese und viele andere „progressive 1960er Jahre Bands“ waren meine Zugänge zu Stilrichtungen wie Beat, Rock, Soul, Blues, Jazz usw., um an dieser Stelle nur einige Bands und Musikformen zu nennen. Die Kinks entdecke ich gerade neu. Was für eine unterschätzte Band! Ich habe gerade meinen Kinks-Album-Bestand von 3 auf 13 erweitert.
Chuck Berry
Rock´n´Roll hat mich allerdings auch immer fasziniert. Mein Musikgefühl wurde schon immer stark vom Rhythmus und vom Groove (was auch immer das sein mag) geprägt. Chuck Berry, Little Richard, Buddy Holly, Eddy Cochran, Elvis Presley oder Jerry Lee Lewis begeistern mich neben anderen Rock´n´Rollern bis heute. Die Schlagerwelt bzw. die Mainstream-Radiomusik der 1960er Jahre verkörperten für mich damals so etwas wie eine Zwangs-Musik-Kultur, die man halt über sich ergehen lassen musste. Die Hoffnung auf das „größer und älter werden“ war in dieser Zeit des Heranwachsens wahrscheinlich nicht nur bei mir sehr angesagt.
Dieser Artikel aus der Neuen Osnabrücker Zeitung, anlässlich des 50 jährigen Jubiläums der ersten Deutschlandtournee der Rolling Stones „11. September 1965: Das erste Rolling-Stones-Konzert in Deutschlands„, beschreibt die damalige Situation vieler jugendlicher Beat-Fans treffend.
Konzertfotos
Heute ist es total einfach mit einem halbwegs guten Handy brauchbare Fotos von Konzerten aller Art zu machen. Zu Zeiten der analogen Fotografie war es wesentlich aufwendiger, die entsprechende Kamera mit möglichst lichtstarken Objektiven mit auf ein Konzert zu schleppen und halbwegs gute Bilder zu knipsen.
Ian Gillan Band, Osnabrück, Halle Gartlage 1982
Deep Purple: Roger Glover, Ian Gillan, Ian Paice, Don Airey & Simon McBride, Stadtparkbühne Hamburg 23.06..2022
Tedeschi Trucks Band, Hamburg, 26.10.2022
Geheimtipp aus Münster: The Bluesanovas auf der Maiwoche 2023 in Osnabück
The Winery Dogs im November 2023 im Rosenhof-MusikClub in Osnabrück: Hard Rock der Extraklasse!
Glenn Hughes – „The Voice of Rock“, Hyde Park Osnabrück, 20.04.2024
Hobbymusiker
Osnabrück 1988
1966 schenkte mir meine nette Stiefmutter Ulla eine akustische Gitarre, auf der ich dann versuchte – wie viele meiner damaligen Altersgenossen auch – musikalisch weiterzukommen als „House of the rising sun“ von den Animals. Anfänglich musste ich die Gitarre vor meinem strengen Vater verstecken, da er „Angst“ hatte, dass ich dann nichts mehr für „die Schule tun“ würde. Danke liebe Ulla, dass du mir damals die Gitarre geschenkt hast und mitgemacht hast, sie vor Vater Willi zu verstecken. Gemessen an gegenwärtigen liberalen pädagogischen Standards, waren es HARTE Zeiten. Es war aber auch Veränderung und Aufbegehren angesagt: Nicht nur bei linken Studenten!!! Mein Vater Willi konnte mich damals nicht bremsen. Auch nicht mit Androhung von Strafe, wenn es nicht nach seinen Vorstellungen lief. Die „68er Jahre“ fingen im Grunde genommen schon etwas füher an.
Zu der Zeit gab es ja auch angesagte Instrumentalgruppen wie die Shadows, Spotnicks & Ventures mit hervorragenden Sologitarristen. Wer Titel wie Apache, Amapola oder Wipe Out auf der Gitarre spielen konnte, war der King. Anfang der siebziger Jahre kaufte ich mir meine erste E-Gitarre auf der ich, mehr schlecht als recht, meistens nur so „just for fun“ herumklimperte ohne ernsthaft zu üben. Das war nicht wirklich gut.
1972 habe ich dann mehr oder weniger zufällig angefangen Schlagzeug zu spielen. Später auch in einigen Osnabrücker und Bissendorfer Coverbands. Die Gitarre spielte lange Zeit nur noch „die zweite Geige“ bei mir.
Erst in den letzten Jahren habe ich dann wieder häufiger in die Saiten gegriffen. Die späte Einsicht: Ohne Üben und einer gewissen Systematik geht es leider nicht!
Den nachfolgende Titel habe ich in meinem Musik-Keller alleine eingespielt. Home Recording eröffnet einem viele neue Möglichkeiten. Das wollte ich schon immer einmal versuchen. Ist natürlich verbesserungsfähig.
Mein Bezug zu Schallplatten und CDs
März 2023: Red Vinyl friedlich vereint mit Compact-Discs
Zwischen 1976 und 1981 habe ich – aus Neugierde und aus meiner Musikbegeisterung heraus – etwa 5 Jahre lang in Osnabrück als Schallplattenverkäufer gearbeitet. Zuerst bei JPC-Schallplatten, später bei „Radio- Deutsch“. Im Nachhinein war das eine enorm wichtige Zeit, in der ich Repertoirekenntnisse sammeln konnte. Bei „Radio-Deutsch“ auch rudimentäre Klassik-Kenntnisse. So ganz nebenbei wurde meine eigene Vinylsammlung kontinuierlich größer. Die CD-Sammlung kam erst später dazu. Inzwischen kaufe ich wieder Vinyl. Gerne auch gebrauchte „Schätze“.
Die Schallplattentheke bei RadioDeutsch in Osnabrück. Im Nachhinein war die Zeit bei RadioDeutsch in Osnabrück meine schönste Zeit als Schallplattenverkäufer!
Can-Cover, 1972
Deutsche Rockmusik & Krautrock: Mal mehr mal weniger beschäftigt mich das Thema Krautrock bzw. der Stellenwert einiger deutscher Rockgruppen ab Mitte der 1960er Jahre. Seit meinem, unserem Familien-New York-Besuch, Ostern 2017 und dem persönlichen AHA-Erlebnis im angesagten Stadtbezirk Brooklyn-Greenpoint, wo in einem großen Plattenladen das Stück Halleluwahvom Album Tag Mago der deutschen Avantgarde Band CAN als Hintergrundmusik lief, mache ich mir so meine Gedanken zum internationalen Stellenwert einiger deutscher Bands aus der oben genannten Zeit in der Gegenwart.
Amon Düül 2: Eine deutsche Avantgarde Band an der sich „die Geister bis heute scheiden“!
Vielleicht war da im Nachhinein viel mehr musikalische Kreativität im Spiel, als viele Musikfreaks in der damaligen Zeit gedacht haben: Krautrock klang zumeist anders als der progressivste Mix angesagter britischer und angloamerikanischer Bands und wurde zuweilen auch nicht wirklich ernst genommen.
Inga Rumpf, H. Krumminga, Fabrik, Hamburg 2016
Rückblickend finde ich das musikalische Schaffen und Wirken vieler Bands, ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre bis etwa Mitte der 1970er Jahre, immer spannender. Auch und gerade wegen der enormen Kreativität und Schaffenskraft, die diese Dekade bis heute auszeichnet. Das betrifft natürlich auch deutsche Rockbands wie Frumpy, Atlantis, Nektar (war eigentlich keine deutsche Gruppe) Can, Amon Düül II, Guru Guru, Birth Control, Kraan, Karthago, Epitaphusw..
Nicht zu vergessen ist der internationale Einfluss der anfänglich avantgardistisch wirkenden elektronischen Krautrocker. Ich denke an Gruppen wie Kraftwerk, Neu, Tangerine Dream, Ash Ra Tempel oder auch Michael Rother, um an dieser Stelle nur einige zu nennen.
Stan Webb und Miller Anderson, Hyde Park Osnabrück ca. 1982
Bluesrock: Ab Ende der 1960er Jahre war Blues-Rock bei mir ziemlich angesagt. Eigentlich fing es schon Mitte der 60er Jahre mit der Spencer Davis Group und den Animals an. Das war mehr Rhythm & Blues und die Seele von Steve Winwood bzw. Eric Burdon. Später kam dann der sogenannten Britisch-Blues, mit Künstlern wie John Mayall, Eric Clapton, Jeff Beck, Fleetwood Mac und Ten Years After damals die ersten Stars dieser Symbiose aus den 12 Takten des Blues, einer groovigen Rhythmusgruppe und einer dominanten Solo Gitarre nebst Gesang. Jimi Hendrix startete seine Karriere ebenfalls in London und die Zeit der Gitarren-Heroes nahm ihren Lauf.
Das Internet liefert heute dazu Informationen und You-Tube-Videos, von denen man in der früheren Analogzeit nur träumen konnte. Die Musiksendung „Beat Club“ oder der spätere Rockpalast waren ab 1965 die einzige Möglichkeit, nationale und internationale, Bands auf die damals noch analogen Röhren-Monitore – sprich Fernsehgeräte – zu bekommen. Bis zur Erfindung des VideoRecorders konnte das damals allerdings nur einmal angesehen werden.
Kenny Wayne Shepherd in der Hamburger Fabrik am 08.05.2023
Santana auf Vinyl: Gott sei Dank habe ich meine Schallplatten behalten!
Amerikanische Rockmusik und die Soul-Ära ab 1965: Die sich vor allem in San Francisco ab Mitte der 1960er Jahre entwickelnde Hippiekultur brachte wiederum ganz eigene musikalische Stilrichtungen zum Vorschein. Westcoast-Rock , Psychedelic Rock oder auch Latin Rock zeichneten sich auch durch neuartige, experimentelle Sounds aus, die es in dieser Art vorher nicht gab. Dafür stehen Gruppennamen wie Jefferson Airplane, Quicksilver Messenger Service, Doors oder Santana. Und natürlich eine meiner absoluten Lieblingsbands: die Doobie Brothers!
Swing, Jazz und Jazz-Rock: Im Dezember 1967 lief im deutschen Fernsehen der 1956 gedrehte amerikanische Musik-Film „Die Benny Goodmann Story“. Der Film hat mich damals total fasziniert. Titel wie „Don’t Be That Way“ oder „Sing Sing Sing“ haben mich auch wegen des fantastischen Grooves und der tollen Bläser nie mehr losgelassen. Der Rock´n´ Roll hat auch hier seine Wurzeln. Einige Jahre später besuchte ich als Jugendlicher häufiger den Parklane Jazz-Club, der damals im Osnabrücker Haus der Jugend einen öffentlichen Jazzkeller unterhielt. So ganz allmählich wuchs dann auch mein Interesse am Jazz und am Blues. Zu meinem 70. Geburtstag hat mir meine Frau Doro ein Hamburg-Wochenende, verbunden mit einem Swing-Konzert des Glenn Miller Orchestra in der Hamburger Laeiszhalle, geschenkt. Es war wie ein Abtauchen in die 1930 Jahre und in die Zeit der großen Swing-Orchester. Sehr beeindruckend!
Thats Soul Sampler von 1967
Diskotheken: In Osnabrück gab es in der 2. Hälfte der 1960er Jahre u. a. eine ziemlich angesagte Diskothek mit dem schönen Namen Drehorgel. Ab Ende 1968, damals war ich sechzehn und im 2. Jahr meiner Werkzeugmacher Lehre bei Karmann, traf man sich dort häufig mit Freunden und lauschte der guten Soulmusik, die dort gespielt wurde. Da wurde auch noch eng getanzt. Ich sage nur: when a man loves a woman oder je t’aime. Der DJ saß in einem ausgehöhlten Klavierrahmen. Um 10 Uhr war der Spaß für uns allerdings zu Ende, da wir noch keine „achtzehn“ waren. Im Nachhinein war das eine relativ unbeschwerte und von Aufbruchstimmung geprägte Zeit. Ich möchte sie nicht missen.
Bilder sagen ja bekanntermaßen mehr als tausend Worte. Deshalb gibt es auch immer wieder etwas zu sehen und zu hören. Hier ist ein Link zu meinem Flickr-Album Musik.
Roger Chapman, Osnabrück 1984
Johnny Van Zant, Lynyrd Skynyrd, Festhalle Frankfurt, 19.06.2019
Deep Purple, Stadtpark Freilichtbühne – 23.06.2022 in Hamburg: Ian Paice & Ausnahmegitarrist Simon McBride der als „Ersatz“ für Steve Morse auf der Tour 2022 die Gitarre bearbeitete. Inzwischen ist er festes Mitglied bei Deep Purple.
Vinyl-Sammler-Glück
Sammelleidenschaft: Ich habe es endlich geschafft, eine z.Zt. noch unvollständige Liste meiner Vinyl-Sammlung zu erfassen. Das ist gewissermaßen meine Antwort auf die 500 besten Alben aller Zeiten der Zeitschrift „Rolling Stone“ aus dem Jahre 2003.
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Deutsche Rockmusik & Krautrock: Mal mehr mal weniger beschäftigt mich das Thema Krautrock bzw. der Stellenwert einiger deutscher Rockgruppen ab Mitte der 1960er Jahre.
Der Spiegel, vom 26.02.1973 über die deutsche Gruppe Can: Zu ungemütlich
Während eines New York-Besuches, Ostern 2017, betrat ich einen Plattenladen in Greenpoint/Brooklyn und hörte zu meiner Verwunderung das Stück Halleluwah der deutschen Gruppe CAN. In dem Record Store wurde gerade deren grandioses Album „Tago Mago“ laut abgespielt, Ich war total überrascht, eine ca. 45 Jahre alte deutsche Schallplatte in NYC zu hören. Es handelte sich allerdings um eine aktuelle, remasterte Neuausgabe, was meinem Erstaunen jedoch keinen Abbruch verlieh. Ich erzählte dem Personal sofort, dass ich Can einige Male Anfang der 70er Jahre in Osnabrück gesehen habe und dass deren Schlagzeuger Jaki Liebezeit gerade verstorben sei. Letzteres war auch den fachkundigen Mitarbeitern bekannt. Ich war schwer beeindruckt, da beide Verkäufer altersmäßig nicht zu meiner Generation gehörten.
Kraut- und Spacerock scheinen zur Zeit in der „Musik-Scene“ ziemlich angesagt zu sein, wie der folgende Artikel aus der TAZ zeigt.
Wieder zurückgekehrt nach Deutschland, habe ich mir dann das Vinylalbum „Tago Mago“ sofort gekauft, obwohl ich die CD seit vielen Jahren besitze. Manche Alben sollte man m.E. als Vinyl-Album, sprich Schallplatte, besitzen: es ist einfach der gewisse Unterschied, der eine Schallplatte und ein Plattencover ausmacht! Wie der „große deutsche Soziologe“ Niklas Luhmann zuweilen zu sagen bzw. zu schreiben pflegte: „a difference that makes a difference“. N. Luhmann hat damit zwar nicht den Unterschied zwischen Vinyl, CD, MP3 oder einem anderen Speicherformat gemeint, aber mit dieser, seiner Feststellung, hatte er m.E. recht.
Briten stehen auf „Krautrock“, Beitrag in der NOZ, 16.09.1995
Der Chatbot „ChatGPT“ generierte nachfolgende Antwort auf meine Frage „Welche Bands sind die wichtigsten deutschen Krautrock Bands„.
„Die wichtigsten deutschen Krautrock-Bands stammen überwiegend aus den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren. Krautrock ist ein Sammelbegriff für experimentelle Rockmusik aus Deutschland, die sich von angloamerikanischen Vorbildern absetzte und elektronische, psychedelische sowie avantgardistische Elemente integrierte. Hier sind die bedeutendsten und einflussreichsten Bands des Genres:
Mitglieder: Klaus Dinger und Michael Rother (ex-Kraftwerk)
Einfluss: Später wichtig für Punk, Post-Rock und Elektronik
Kraftwerk
Stil: Elektronisch, futuristisch, minimalistisch
Bekannt für:„Autobahn“ (1974), „Trans Europa Express“ (1977)
Besonderheit: Wurden zu Pionieren der elektronischen Musik
Faust
Stil: Avantgarde, Collagen, radikal experimentell
Bekannt für:„Faust“ (1971), „The Faust Tapes“ (1973)
Besonderheit: Geräuschmusik, Tape-Experimente
Amon Düül II
Stil: Psychedelisch, progressiv, wild
Bekannt für:„Yeti“ (1970), „Phallus Dei“ (1969)
Herkunft: Politisch-künstlerisches Kollektiv
Ash Ra Tempel
Stil: Space Rock, psychedelisch
Bekannt für:„Ash Ra Tempel“ (1971), „Join Inn“ (1973)
Mitglieder: Manuel Göttsching (später auch Solo mit E2-E4)
Tangerine Dream
Stil: Elektronisch, Ambient, Soundtracks
Bekannt für:„Phaedra“ (1974), „Rubycon“ (1975)
Einfluss: Wegbereiter der elektronischen Musik und des Ambient
Cluster (früher Kluster)
Stil: Elektronik, Drone, Ambient
Mitglieder: Hans-Joachim Roedelius und Dieter Moebius
Bekannt für: Zusammenarbeit mit Brian Eno
Guru Guru
Stil: Psychedelic Rock, Jazzrock, anarchisch
Bekannt für:„UFO“ (1970)
Besonderheit: Humorvoll, improvisatorisch
Popol Vuh
Stil: Spirituell, elektronisch, später Weltmusik
Bekannt für: Soundtracks zu Werner Herzog-Filmen („Aguirre“)
Besonderheit: Verbindung von Elektronik und Mystik
In dieser KI-gesteuerten Auflistung fehlen nach meinem Verständniss für den Sammelbegriff „Krautrock“ Bands wie Birth Control, Karthago, Embryo oder auch Kraan deren Musikstil durchaus auch experimentelle und improvisationslastige Elemente des Krautrock in sich vereinte. Mal mehr, mal weniger.
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