Ein „Dialog“ mit Google „Gemini“. Es geht um eine Darstellung der musikalischen Dekaden ab 1950.
Wir können jetzt mit der 2000er Dekade fortfahren. Stichwort: Bob Dylan ( Love and Theft, Modern Times ), Joe Bonamassa ( The Ballad of John Henry ), Crossroads Guitar Festival ( Eric Clapton ) und was dir sonst noch an anspruchsvollen Alben für einen alten „Blues-Rock-Freak“ wie mich einfällt.
Die 2000er Jahre waren für den anspruchsvollen Blues-Rock-Hörer ein faszinierendes Jahrzehnt. Es war die Ära, in der die Legenden endgültig in den Status von „Klassikern“ übergingen, während eine neue Generation das Erbe antrat.
Hier ist der Entwurf für deine 2000er-Chronik:
1. Die späte Meisterschaft: Bob Dylan
Dylan startete in die 2000er mit einer kreativen Vitalität, die kaum jemand für möglich gehalten hätte.
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Love and Theft (2001) & Modern Times (2006): Diese Alben sind wie eine Zeitreise durch die amerikanische Musikgeschichte. Dylan taucht tief in den Blues, Swing und Rockabilly der 30er und 40er Jahre ein. Die Produktion ist warm, organisch und klingt nach „Live im Studio“. Hier gibt es keine digitalen Spielereien – es ist das pure Handwerk einer perfekt eingespielten Band.
2. Der neue „Guitar Hero“: Joe Bonamassa
Nachdem der Blues-Rock in den 90ern etwas an Boden verloren hatte, kam Bonamassa und füllte die Lücken.
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The Ballad of John Henry (2009): Ein Meilenstein. Bonamassa verbindet hier die Wucht des Hard-Rock (inspiriert von Led Zeppelin) mit der Tiefe des klassischen Blues. Technisch ist er auf einem Level, das selbst Kritiker verstummen lässt. Er bringt die Virtuosität zurück, die du bei SRV oder Gary Moore geschätzt hast.
3. Der Gipfel des Handwerks: Crossroads Guitar Festival
Von Eric Clapton 2004 ins Leben gerufen (und 2007 fortgesetzt), waren diese Festivals die „Messen“ für Gitarren-Liebhaber.
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Bedeutung: Es war die Plattform, auf der die alten Meister (B.B. King, Buddy Guy) auf die Jungen (John Mayer, Derek Trucks) trafen. Für einen „Blues-Rock-Freak“ sind die DVDs dieser Festivals die ultimative Bestandsaufnahme: Man sieht dort Technik, Tonbildung und vor allem die gegenseitige Wertschätzung der Musiker.
5. Weitere unverzichtbare Alben für dein Regal (2000–2009)
| Jahr | Künstler | Album | Warum es in deine Sammlung passt |
| 2000 | B.B. King & Eric Clapton | Riding with the King | Der Ritterschlag. Zwei Generationen des Blues in perfekter Harmonie. |
| 2004 | Derek Trucks Band | Live at Georgia Theatre | Wenn du Slide-Gitarre magst: Trucks ist der Erbe von Duane Allman. |
| 2006 | The J.J. Cale & Eric Clapton | The Road to Escondido | Der Inbegriff des entspannten Grooves. Hier „wackelt“ alles richtig. |
| 2008 | The Allman Brothers Band | Einstieg in die finale Phase | Besonders live in dieser Zeit (mit Derek Trucks und Warren Haynes) unschlagbar. |
Ich habe zwei ganz wichtige Reunion-Konzerte in der 2000er Decade vergessen: CREAM (2005) und Led Zeppelin (2007)
Das sind natürlich die beiden „heiligen Grale“ der Reunion-Konzerte! Dass wir diese übersehen haben, grenzt fast an Gotteslästerung im Blues-Rock-Universum. Diese beiden Ereignisse markieren das Ende einer Ära und waren gleichzeitig die ultimative Machtdemonstration des „Old School“-Handwerks im neuen Jahrtausend.
Hier ist die Einordnung dieser monumentalen Ereignisse für deine 2000er-Chronik:
1. CREAM – Royal Albert Hall (2005)
Nach 37 Jahren kehrten die Gründerväter des Power-Trios zurück. Für dich als jemanden, der Ginger Baker live in den 70ern erlebt hat, muss dieses Konzert eine Offenbarung (oder zumindest eine hochinteressante Bestandsaufnahme) gewesen sein.
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Qualität: Es war kein nostalgisches Abspulen. Man merkte, dass die Aggressivität der 60er einer tiefen, fast schon jazzigen Reife gewichen war. Eric Clapton spielte mit einem Ton, der so kontrolliert und doch leidenschaftlich war wie selten zuvor.
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Ginger Baker: Hier sah man den gealterten Löwen. Er spielte weniger „wild“ als 1970 auf Fehmarn, aber mit einer unglaublichen Autorität und Ökonomie. Jeder Schlag hatte Gewicht. Sein Zusammenspiel mit Jack Bruce (der gesundheitlich gezeichnet, aber musikalisch brillant war) zeigte, was „Interplay“ wirklich bedeutet.
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Bedeutung: Sie bewiesen, dass der Blues-Rock der 60er Jahre zeitlos ist, wenn er von den Meistern selbst interpretiert wird. Stücke wie „Badge“ oder „Stormy Monday“ klangen in der Royal Albert Hall so edel wie nie zuvor.
2. LED ZEPPELIN – Celebration Day (O2 Arena, 2007)
Das war wahrscheinlich das begehrteste Ticket der gesamten Musikgeschichte (20 Millionen Ticketanfragen!). Das „Ahmet Ertegun Tribute Concert“.
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Der Schlagzeug-Faktor: Das Wichtigste hier war Jason Bonham anstelle seines Vaters John „Bonzo“ Bonham. Und er hat es meisterhaft gelöst. Er spielte nicht wie eine Kopie, sondern mit dem Verständnis eines Sohnes für das Erbe. Er brachte die nötige Wucht mit, die Led Zeppelin braucht, um nicht wie eine lahme Alt-Herren-Band zu klingen.
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Die Performance: Jimmy Page war (nach einigen wackeligen Jahren zuvor) absolut „on fire“. Sein Zusammenspiel mit John Paul Jones – dem vielleicht unterschätztesten Genie der Band – war so tight, als wären sie nie weg gewesen.
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Stil: Es war purer, schwerer Blues-Rock („Since I’ve Been Loving You“) und monumentaler Hard-Rock in Perfektion.
Der direkte Vergleich: Zwei Arten der Rückkehr
Wenn wir diese beiden Konzerte nebeneinanderlegen, sehen wir zwei unterschiedliche Philosophien:
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Cream war wie ein exquisites Jazz-Trio, das den Blues spielt. Es ging um Nuancen, um das Gespräch zwischen den drei Musikern. Es war intim, trotz der großen Halle.
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Led Zeppelin war eine archaische Naturgewalt. Sie wollten beweisen, dass sie immer noch die „Hammer of the Gods“ sind. Es war laut, es war episch und es war technisch auf einem Level, das keine moderne Band dieser Zeit erreichen konnte.
Deine Einschätzung als Zeitzeuge?
Du hast Ginger Baker 1970 gesehen – wie hast du sein Spiel in der 2005er Reunion empfunden? War es für dich eine würdige Fortsetzung oder fehlte dir die unberechenbare Gefahr des jungen, „schwierigen“ Bakers?
Und zu Led Zeppelin: Hast du das Konzert (oder die Aufnahmen davon) als den perfekten Schlusspunkt empfunden, oder hättest du dir – wie so viele andere – eine Welttournee gewünscht? (Robert Plant hat das ja bekanntlich abgelehnt, was aus soziologischer Sicht eine sehr konsequente Entscheidung war, um den Mythos nicht zu beschädigen).
Damit ist dein 2000er-Panorama nun wirklich komplett: Von der staubigen Präzision Dylans über die neue Wucht Bonamassas bis hin zur Wiederauferstehung der Giganten Cream und Zeppelin. Gibt es für dich noch eine Steigerung zu diesen Reunionen?
Es gibt zumindest etwas Vergleichbares, was ich fast wieder vergessen hätte:
„Eric Clapton And Steve Winwood – Live From Madison Square Garden 2009“
Das ist das perfekte Bindeglied! Wenn wir über die 2000er sprechen, ist „Live From Madison Square Garden 2009“ die logische Konsequenz aus der Cream-Reunion und dem Weg, den Clapton in dieser Dekade einschlug.
Man könnte sagen: Während die Cream-Reunion 2005 eine Rückkehr zur „Pflicht“ und zum historischen Erbe war, war die Zusammenarbeit mit Steve Winwood 2009 die pure Kür.
Die Qualität: Das „Blind Faith“-Erbe ohne den Ballast
Nach fast 40 Jahren standen die beiden Eckpfeiler von Blind Faith wieder zusammen auf der Bühne. Das Besondere an diesem Konzert im Vergleich zu Cream:
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Die Musikalität: Steve Winwood bringt eine Farbe rein, die Jack Bruce nicht hatte – die Hammond B3-Orgel und diesen unverwechselbaren Blue-Eyed-Soul-Gesang. Das lockert Claptons Spiel auf. Wenn die beiden bei „Had to Cry Today“ die Gitarren-Riffs doppeln, ist das Gänsehaut pur.
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Der Groove: Und hier schließt sich der Kreis zu unserem Lieblingsthema: Ian Thomas am Schlagzeug (und später bei der Tour, die du in Hamburg gesehen hast, natürlich wieder Steve Gadd). Die Rhythmusgruppe bei diesem MSG-Konzert spielt extrem songdienlich. Es ist nicht so „eckig“ wie bei Baker, sondern hat diesen fließenden, eleganten Groove, den Winwoods Kompositionen (wie „Glad“ oder „Dear Mr. Fantasy“) verlangen.
Die Bedeutung für deine Chronik
Dieses Album/Konzert zeigt die 2000er Jahre von ihrer besten Seite:
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Reife statt Ego: Die Musiker müssen sich nichts mehr beweisen. Sie spielen die Songs so, wie sie klingen müssen.
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Klangkultur: Die Aufnahmequalität vom Madison Square Garden ist Referenzklasse. Man hört jede Nuance von Claptons Stratocaster und Winwoods Orgel.
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Vielseitigkeit: Die Mischung aus dem Traffic-Katalog, Blind Faith, Hendrix-Covern („Voodoo Chile“!) und Clapton-Klassikern macht es zu einem der abwechslungsreichsten Live-Dokumente der Dekade.
Dein persönlicher Rückblick: 2009 MSG vs. 2010 Hamburg
Du hast sie 2010 in Hamburg gesehen, also nur ein Jahr nach diesem MSG-Release.
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Der Drummer-Vergleich: Im Madison Square Garden 2009 saß noch Ian Thomas am Kit. In Hamburg 2010 hattest du das Glück, Steve Gadd zu erleben.
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Meine Vermutung: Gadd hat dem Set wahrscheinlich noch einmal diese ganz spezielle „Erdung“ gegeben, die wir vorhin besprochen haben. Gadd spielt Winwoods Traffic-Sachen (die ja oft sehr jazzig angehaucht sind) mit einer Präzision, die Ian Thomas zwar gut, aber eben nicht „Gadd-mäßig“ hinbekommt.
Das Panorama der 2000er ist nun gigantisch:
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Dylan & Cash: Die Reduktion auf das Wort und den staubigen Blues.
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Bonamassa: Der neue, druckvolle Standard.
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Cream & Zeppelin: Die Monumente der Geschichte.
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Clapton & Winwood: Die elegante Fusion von Blues, Rock und Soul.
Das ist eine Sammlung, die zeigt, dass die 2000er Jahre alles andere als ein „Auslaufmodell“ für den Blues-Rock waren. Es war das Jahrzehnt der Veredelung.
Gibt es in deiner Erinnerung an das Hamburg-Konzert 2010 einen Moment, der dir besonders hängengeblieben ist? Vielleicht ein Solo von Winwood an der Orgel oder ein spezieller Moment zwischen ihm und Clapton? Man merkte den beiden ja eine tiefe, fast brüderliche Zuneigung an.
